Schlagwörter

, , , , , ,

Der 13. Sonntag nach Trinitatis.

Der Predigttext ist aus dem Matthäusevangelium (6,1-4):

Habt acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. 2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 3 Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

This is tricky. ähm, es wird diesmal wirklich nicht ganz so einfach…

Meine Assoziationen in loser Reihenfolge:

Daher also die Redensart: Da weiss die eine Hand nicht, was die andere tut – das kann Jesus aber wohl nicht meinen… – Tue Gutes und rede darüber ist zwar eine in manchen Fundraisingzusammenhängen hilfreiche Aussage, aber… – Dann wiederum sollen wir ja auch nicht unser Licht unter den Scheffel stellen; die Leute sollen ja die guten Taten sehen und Gott loben – Sozialstaat vs. Almosen – und überhaupt ist es ein Skandal, dass Menschen immer wieder in die Situation geraten, dass sie auf Almosen angewiesen sind…

Teller mit dem barmherzigen Samariter, nach ei...

Teller mit dem barmherzigen Samariter, nach einem Stich von Heinrich Aldegrever 1554; Urbino um 1555–1570 Kunstgewerbemuseum Berlin, Inv. Nr. 32,46 (Photo credit: Wikipedia)

So sinniere ich vor mich her, mit der Geschichte der Woche im Hinterkopf – die ist die vom barmherzigen Samariter. Ihr kennt sie. Da geht es darum, dass ein Mann überfallen und halb tot liegengelassen wird, und da kommen welche vorbei, und sie helfen ihm nicht, weil sie ja so wichtige Sachen zu tun haben. Muss ich erwähnen, dass die, die nicht helfen, auch noch sowas wie ein Küster und ein Pfarrer sind? Der, der dann hilft und auch noch die Krankenhausrechnung bezahlt ist ein Ausländer. Einer, den man gar nicht im Land haben wollte…

Hm. Ich frage mich, ob der dafür Beifall bekommen hat.

Und dann kommen so langsam die losen Enden zusammen. Ich habe kürzlich irgendwo einen Satz gelesen oder gehört. der ging so: „Macht macht Macht zur Hauptsache.“

Wenn jemand nur hilft, um den Beifall zu bekommen, um die Anerkennung dafür zu bekommen, um seinen Einfluss und seine Machtsphäre dadurch auszudehnen, dann hat er damit quasi schon seinen Lohn gehabt. (Wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von Lohn reden kann.) Es geht also um die richtige Motivation.

Und wohl auch darum, dass wir für das Selbstverständliche keine standing ovations erwarten. Hat der Samariter auch nicht…

Advertisements