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Das fragten mich meine Viertklässler im Schulgottesdienst, als ich ihnen die Geschichte von Abraham und Sara erzählte. Und wie dann Hagar ins Spiel kam, weil die beiden nicht abwarten konnten, dass Sara schwanger wurde…

Dabei war es ja versprochene Sache, daher hätte das wohl funktionieren müssen, aber Sara dachte: „Wenn ich die Hagar dem Abraham schicke, dann wird er bestimmt Vater.“

Matthias Stom - Sarah Leading Hagar to Abraham...

Matthias Stom – Sarah Leading Hagar to Abraham – WGA21803 (Photo credit: Wikipedia)

Und so erzählte ich den Kindern, dass die beiden, Abraham und Hagar, zusammen schliefen. „So richtig, im Bett?!?“ – rief einer aus den Reihen. „Klar doch.“- sagte ich. „Oder schläfst du etwa auf dem Boden?“ „Nee-nee, schon im Bett…“ „Na also. Haben die beiden auch.“

Was ich erst später erfuhr, war, dass meine Viertklässler tags zuvor am Sexualkundeunterricht teilgenommen haben, daher die Nachfrage nach dem genauen Ort des Geschehens, quasi als Bestimmung dessen, ob diese „Erwachsenensache“ stattfindet. Nun, eines kann ich mit Sicherheit sagen: verstörte Kinder sehen für mich anders aus. Diese hier haben die ganze Geschichte mit Abraham, Sara und Hagar fröhlich und albern nachgespielt – inklusive vorgetäuscht übertriebener Küsse und kurz unter der Stuhlreihe verschwinden (statt Bett) und anschließend dicker Bauch für Hagar.

Zugleich hatten sie aber auch das ganz feine Gespür dafür, dass das wohl für die Hagar nicht so wirklich das Wahre war: „Die arme Hagar!“ – hieß es – „Wenn er doch die Sara liebt!“ Nur über das Kind, über das Kind Ismael haben sie sich alle sehr gefreut.

Wie ich jetzt da drauf komme? Nun: ich kann es einfach nicht verstehen, wie manche Konfessionen meinen, man könne mit 9-10jährigen Kindern diese Dinge nicht vernünftig besprechen, so dass sie trotzdem Kinder bleiben. Man kann’s wirklich übertreiben mit der Bigotterie…

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