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Die Kinder haben mich geweckt, wie sie mit strahlenden Gesichtern die Treppe herunterkamen: „Sie hat hier geschlafen!“ Frühstück und Blinkeautos anschauen – „Hab‘ ich von meinem Taschengeld gekauft!“ – und Adventskalenderschätze bestaunen, dann schnell-schnell Schuhe und Jacken an; Schule und Kindergarten fangen an…
Meine Freundin hatte einen Tag Urlaub, kam bald wieder – gut so, denn wann hat man sonst die Gelegenheit sich bei einem zweiten Frühstück alle Freuden und Hürden des Mutterdaseins mit Vollzeitjob als Führungskraft von der Seele zu reden… Sie macht das sagenhaft gut!
Mittags eine andere Freundin im Büro heimgesucht – Kaffeetrinken in der Mittagspause. Erzählt über die strengen Richtlinien ihres Arbeitgebers bei Einstellungen: keine Geschiedenen, keine, die nicht genau nach dem großen Buch leben… Seit Ewigkeiten suchen sie einen männlichen Kollegen – vergeblich. Ich denke darüber nach, warum wir Frauen solche Strukturen immer weiter durch unsere Arbeit am Leben halten, obwohl diese unseren Denk- und Lebensweisen gar nicht entsprechen? Liegt es daran, dass wir beim Streben nach dem Guten das Ungute so erfolgreich ausblenden? Oder haben wir nach wie vor so viel schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, dass wir diese Kröten schlucken müssen? Zum Abschied kauft sie mir Zimtsterne auf dem Weihnachtsmarkt. Sie hat sich sehr über mich gefreut – und ich mich erst, dass sie Zeit hatte! (Ganz  nebenbei gab sie mir ein paar entscheidende Hinweise, die ich beruflich bestens gebrauchen kann.)
Weiter zu jenem Pfarrhaus, wo es den besten Espresso gibt… Ich habe ihn schon sehr vermisst, den Pfarrer – ich ich traf ihn beim Weihnachtsbaumschmücken auf der Terrasse an. (Ja, später wird er dazu keine Zeit mehr haben und auf Wunsch seiner katholischen Frau bleibt der Baum bis Maria Lichtmess stehen, deswegen steht er wohl seit einigen Jahren draußen, wo er hübsch zuschneit und nebenbei lange hält…) Er wollte gleich Espresso machen, aber dann durfte ich mit ihm den Baum schmücken. Es ist schon eigentümlich, dass man die besten Gespräche hat, wenn man miteinander arbeitet… Es war Wiedersehens- und Weihnachtsfreude zugleich… Und noch mehr, wofür ich heute wohl noch keine Worte finden werde.

Deutsch: Vollmond

Deutsch: Vollmond (Photo credit: Wikipedia)

Auf dem Heimweg fuhr ich auf den vollen Mond zu und dachte mir: „So rund war dein Tag.“ Und ich lächelte in mich hinein und es kümmerte mich nicht die Bohne, wie viel Arbeit zu Hause liegengeblieben war.

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