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Hinterher haben sie Kaffee getrunken.

Der Termin war länger, als sie je gedacht hätten. Sie hätte nicht vermutet, dass reine Sachinformation sie zu Tränen degradiert – die Untersuchungen waren ein Klacks gegen diesen technokratischen Tonfall. Wie ein Zug kam er ihr entgegen, unaufhaltsam, mit gnadenloser Klarheit und einer hoffnungslos-diktatorischer Überflüssigkeit, ihre Person, Wünsche und Gedanken mißachtend; Hauptsache, der Aufklärung wird genüge getan… Nicht, dass man etwas gesagt hätte, was sie nicht schon wußte – und doch: der Ton… Von Satz zu Satz hatte sie immer mehr das Gefühl, zu verschwinden.

Hausaufgaben. Hierhin. Dorthin. Diese und jene Untersuchung noch. Warten. Und alles so freundlich. Und doch so unpersönlich…

„Jetzt bist du ein Fall“ – dachte sie sich, und fragte sich, ob sich Menschen bei ihr auch so fühlen. Das wäre entsetzlich.

Zwischendrin über Albernheiten gelacht, um die Anspannung abzuschütteln. Dann wieder Tränen im dämmerigen Wartezimmer versteckt – die wissen schon, warum es dort nicht ganz so hell ist…

rosa geschirrtuch

rosa geschirrtuch (Photo credit: wortmeer)

Danach haben sie, wie gesagt, Kaffee getrunken. Es gibt dort eine kleine, lauschige Bäckerei – und auch er war ganz durchgefroren. Manchmal kommt ja Frieren von Innen. Sie haben viel gegessen. Zweimal nachgeholt. Er Chili con Carne. Sie Quiche mit Broccoli. Und haben beim Würfeln ein Geschirrtuch gewonnen…

Auf dem Rückweg, im Auto, schweigendes Händchenhalten.

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