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Das ist vielleicht ein etwas hochgegriffener Titel für den Tag, vielleicht aber auch nicht…
Es ist der 1. Sonntag nach Epiphanias und der Tag fängt nach frühmorgendlichem Nichten- und Neffengeschrei dann doch nochmal mit Verschlafen an…
Zu spät für den Gottesdienst? Nein. Mit Freude entdecke ich, dass er erst um 11 Uhr anfängt. 😀  Also hin in die große neobarocke Kirche auf dem Berge, in der Decken am Eingang neben den Gesangbüchern liegen und die Orgel sphärisch klingt, mein Atem ein Wölkchen in der Luft beim Singen, die Füße aber warm.
„Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude…“ – es tut gut, zu singen, eine von Vielen zu sein.
Dann der Wochenspruch: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8, 14) – der Pfarrer  hat uns gesagt, das sind wir…
Dann hat er über Jesaja 42 gepredigt – die Stelle mit der glimmenden Docht und dem angebrochenen Halm – und sagte, dass uns Gott vom Diktat einer ständigen Selbstoptimierung bewahren will, dass er auch das Unvollkommene stehen lässt. So könnten auch wir diese Lebensanteile akzeptieren und integrieren – verlorene Freundschaften Teil unserer Geschichte werden lassen, eigene Fehler ertragen, wie auch die anderer… (Ich muss zugeben, dass ich teilweise innerlich mit dem Prediger stritt: denn Angenommensein ist für mich kein Schlusspunkt. Ich glaube vielmehr, dass Gott Vieles wieder heil macht – in meinem Leben und auch in meinen Beziehungen.)
Aber das nur in Klammern, denn es hat gut getan, das in dieser Unbedingtheit zugesagt zu bekommen.
Gut getan hat auch, mit dem Kinderwagen vor der Kirche zum Spaziergang abgeholt zu werden – und der Sonntagsbraten: Ente mit Rotkohl und Kartoffeln. Und der Apfelkuchen, den jemand über Nacht gebacken hat…
Die Kinder waren, als wüßten sie, dass es Sonntag ist, ausserordentlich ruhig.
Ein schöner Sonntag. Und immer wieder sagen wir: „Heute ist Sonntag!“ – es liegt in der Luft, in den vielen kleinen Details, an denen wir merken: ER ist bei uns. Gott ist erschienen. Und das nicht nur für die Kirche und nicht nur für den Sonntag.