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„Der Morgenstern ist der Abendstern“ lautet Gottlob Freges unsterbliches Beispiel, das verdeutlicht, warum die Gleichsetzung bedeutungsgleichher aber sinnungleicher Ausdrücke wichtig ist: Im Gegensatz zum trivialen Satz „Der Morgenstern ist der Morgenstern“ ist die Gleichsetzung von Morgenstern und Abendstern informativ. Ersteres ist in bezug auf alles der Fall, was „Morgenstern“ heißt. Letzteres ist etwa für den Planeten Venus der Fall, nicht aber für Menschen, die „Morgenstern“ heißen.

Bereits der frühe Februar kündigt schüchtern den Frühling an. Die Wolken lassen den Blick immer mehr durch. Das ist kein Themawechsel, denn vor Kurzem hat mir der milde, ausgehende Winter vor Augen geführt, dass Freges Beispiel schlecht gewählt ist. Der Winter und eine Tochter, die heute abend fragte:

– Papa, was ist dieses Licht?

– Der Abendstern.

Obwohl ich nun die Information besitze, um von der Sinnungleichheit von „Morgenstern“ und „Abendstern“ abzusehen, fiele mir unter keinen Umständen ein, meiner Tochter…

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