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Invokavit – Evangelientext ist die Versuchung Jesu und als Predigttext ist vorgeschlagen der Jakobusbrief, Kapitel 1,12-18:

„Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Irrt euch nicht, meine lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.“

Ich soll jetzt also über die Versuchung predigen… Ausgerechnet ich. Gott hat Humor, sag ich euch. 🙂

Und dann konfrontiert er mich auch noch mit dieser Denke, die ich wohl lange Zeit mein eigen nannte: Versuchung wird hübsch unter Versuchung eingeordnet, fein säuberlich als „VERSUCHUNG“ beschriftet und dann wird widerstanden. Was denn sonst? Sonst käme man ja in Teufels Küche…

Da ist es gar nicht angenehm, in den Spiegel schauen zu müssen und sich sagen zu müssen – nee, so mächtig und schlau und stark bin ich nicht. Ich mag mich zwar darüber ärgern, aber ich habe persönliche Wüstenzeiten, ich bin zuweilen müde und erschöpft und bin dann anfällig und kann das Durcheinander nicht auseinanderhalten und erliege ihr, der Versuchung, und merke es erst später – oder ich kämpfe mächtig schwer damit. Aber es ist nix mit klar beschriften und fein säuberlich aufgeräumt und hübsch mit Leichtigkeit auch noch diese Hürde genommen…

Macht einen ganz schön demütig. Besonders, wenn man so auf die Kanzel muss, und erst vor ein paar Tagen gesagt bekommen hat, dass man ein Vorbild für die Gemeinde sei – nur keinen Druck aufkommen lassen… 😉

Gut, dass Gott nicht nur im Himmel sitzt in seiner unveränderlichen fernen Klarheit… Jesus brauche ich heute, der sich mir ebenso müde und schwach gezeigt hat in der Wüste, als er versucht wurde, und mir ganz besonders nahe ist, weil er das Gefühl kennt. Und weil er mich nicht verurteilen würde, mich nicht für unzulänglich halten würde, im Gegenteil – ich bin heute ganz getragen vom Gnadenspruch, den ich der Gemeinde zuspreche:

„Worin Christus selber gelitten hat und versucht ist, kann er denen helfen, die versucht werden.“

Hebräer 2,18

Also: immer schön zuversichtlich! Jesus kennt sich mit dem Durcheinander aus und hilft sortieren. Wenn es klappt mit dem „Bewähren“ – super!, da ist Segen drin. Wenn es nicht geklappt hat – Kopf hoch! Jesus hilft doch neu beginnen! 😉

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