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Der Weg nach Emmaus ist perfekt. Ich kann sehen und spüren, dass ER da ist. Worte der Predigt klingen nach: „…die Sicherheit der Konventionen verlassen… sich trauen, mit Jesus neue Wege zu gehen … Loslassen… dabei ist schon der Weg gesegnet …“ Ein Geschenk. Ich merke, wie Freude in mein Herz zieht. Strahlend verlasse ich die Kirche, die nun – im Gegensatz zu letztem Jahr – mir gar nicht mehr düster erscheint.
Wieder ist das Unterwegs ganz richtig, um den Vormittag nachklingen zu lassen.
In der Community angekommen, erwartet mich das übliche geschäftige Treiben, aber etwas ist anders als sonst. Dann kommt sie auch schon auf mich zu, ganz in schwarz gekleidet – ungewöhnlich. „Wie geht es?“ – frage ich. „Meine Tochter hat sich das Leben genommen.“ Weil es dafür keine Worte gibt, nehme ich sie in die Arme und halte sie. Lange. Sie weint. Dann löst sie sich und geht in die Küche – Kuchen richten. Ein Mensch muss sich an etwas festhalten…
Wenig später kommt sie noch einmal auf mich zu: „Sie war so ein guter Mensch. Gott wird sie doch nicht dafür bestrafen…“ „Gottes Liebe ist viel größer, als wir uns vorstellen können…“ Sie erzählt mir, dass das schon der sechste Versuch war – alles akribisch geplant, vom Abschiedsbrief bis zu den bereitgelegten Kleidern – nach einer langen Zeit der Depression. „Sie war krank.“ – sage ich zu ihr – „Sie meinen doch nicht, dass Gott jemanden für seine Krankheit bestraft? Er hält sie immer noch in seiner Hand.“ Sie schaut auf meine Hände, sagt etwas ruhiger: „Ein Buch geht zu, ein anderes geht auf.“ Sie hält die Hände genauso, wie ich vorhin, macht meine Bewegung nach.
Ich nehme sie an der Hand – wir gehen zum Gottesdienst. Feiern gemeinsam Abendmahl.
Nach dem Kaffee spülen wir von Hand – es braucht jetzt diese Zeit. Wir sind nicht alleine. Auch nicht auf den schweren Wegen.

Der Rückweg erscheint lang. Immer wieder bleibe ich stehen, mache Pause. Trinke einen Schluck Kaffee, denke nach. Weiter. Wieder Pause. Ein Gebet. Ein kurzes Telefongespräch – sich vergewissern, dass Pfarrersküken guter Dinge ist. Wie gut, dass es den Morgen gab, das Auftanken… Weiterfahren. Pause. Kurz vor dem Ziel doch noch etwas essen – es war ein ungewöhnlicher Tag. Pfarrersküken sagt immer wenn ich losfahre, dass sie schon die Flügel der Engel rascheln hört, die mit mir fliegen, damit sie auf mich aufpassen – und ja, heute höre ich sie auch. Ich komme gut an.

Noch ein paar Gedanken aufschreiben… beten… schla…

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