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Kennen Sie das? Wenn die Sorgen viel werden, dann lassen wir den Kopf hängen. Dann schaffen wir es irgendwie kaum noch, über den Alltag, den Tellerrand hinauszuschauen, etwas anderes zu sehen, als all‘ das, was aktuell zu bewerkstelligen ist – unsere Gedanken und Aktionen kreisen nur noch um das Problem herum… So sind wir eben. Als wären wir an das Schwere drangebunden. Wer wundert sich da noch, dass sich Mutlosigkeit und Erschöpfung breitmachen – ja, bei manchen sogar bis zu jener befürchteten Erschöpfungsdepression, dem Burnout…

Es scheint, als könnten wir an diesem Teufelskreis von immer mehr Anforderungen und immer weniger Zeit kaum etwas ändern, als würden uns die Strukturen, die uns vorgesetzt werden und die wir so oft auch nicht zu ändern in der Lage sind, geradezu auffressen. Ohnmacht macht sich breit und ja, Müdigkeit. Wie soll man da bestehen?

Ich bin so dankbar für den heutigen Predigttext, für den Sonntag Quasimodogeniti – übrigens, allein der Name des Sonntags verheißt schon Gutes: „Wie die neugeborenen Kinder…(seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch. 1Petr2,2) – der einen echten Perspektivwechsel anbietet:

Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: «Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber»? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

(Jesaja 40,26-31)

Nicht nach unten schauen auf die Sorgen, nicht den Kopf hängen lassen! Den Blick heben, damit ich sehe, wer mir hilft. Und dann entdecke ich den, der immer schon da war und immer schon geholfen hat – und eben auch mir in jeder aktuellen Situation immer aufs Neue hilft: IHN, der so große Macht und so viel Kraft hat, dass ER auch mich bestimmt nicht unterwegs verliert.

ER verliert meine Wege nicht aus den Augen – auch dann nicht, wenn ich dies schon befürchtet habe – jeden meiner Schritte verfolgt er aufmerksam, damit ER mir die nötige Kraft zukommen lässt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Genug Stärke steht da, auf dass ich mir nichts auf meine eigenen Großtaten einbilde, aber ich glaube, das ist schon in Ordnung so – sonst neige ich wieder zur Selbstüberschätzung und fange wieder meine Spiralen von Selbstüberforderung und Erschöpfung an. Diese „genug Stärke“ macht doch, dass ich ein heilsames Maß finde – oder?

Und doch bin ich dem Propheten Jesaja so dankbar, dass er es nicht bei diesem kleinen „genug“ bewenden lässt, auch, wenn es nötig ist, und mich zurechtrückt… Es wäre doch zu wenig, um die große Kraft Gottes zu beschreiben, auch diese unbändige Freude, die ER einem schenkt, wenn man merkt: Ich muss nicht bloß aus eigener Kraft… Da kann man auf einmal fliegen!!! Welcher ist der beste Vogel? Der Adler? Dann: Wie ein Adler! Und laufen, wie man noch nie gelaufen ist – ja, als liefe man ein wenig über den Boden… Toll!

Also: erst einmal den Kopf leicht anheben… noch ein wenig… aufblicken…

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