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Jubilate heisst der heutige Tag, aber das fällt mir erst im Nachklang auf… 🙂

Also, von vorne. Wieder mal die kleine Kirche. Ich bin dort inzwischen heimisch – habe sogar meinen Lieblingsplatz und heute ist er auch nicht besetzt, obwohl ich recht spät zum Gottesdienst auftauche: ich musste doch noch eine Runde husten, bevor ich losfahren konnte… Seither ist es aber besser – womöglich liegt auch das an „Jubilate“.

Eine Zeile des Gebets am Anfang ergreift mich und geht mit mir: „…weil wir nicht wissen, was wir nicht wissen, brauchen wir dich, Gott…“ – die Gewißheit, dass ER weiß, macht sich breit, und macht mich lächeln. Irgendwie schön. Wie auch die Taufe, die wir feiern, mit einem richtigen Mut-Wort und einem properen kleinen Jungen als Täufling.

Wussten Sie eigentlich, dass wir 7 Wochen lang Ostern feiern? 7 Wochen lang das Leben, die Neuanfänge, den Sieg über die Hoffnungslosigkeit? Wussten Sie eigentlich, dass Gott selbst das Leben ist, und dass wir da gar nicht rausfallen können? Dass wir Grund zur Freude haben und keinen Grund, Angst zu haben?

Lesung ist der Weinstock und die Reben. Ich höre heute irgendwie mit anderen Ohren – und siehe da: ein kleines Detail, was mir bis jetzt entgangen ist; Gott ist der Weingärtner. Da kann es doch nicht schiefgehen, oder?

Predigttext die Rede des Paulus auf dem Areopag, Apostelgeschichte 17:

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. 23 Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. 25 Auch läßt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir…“

Der Pfarrer erzählt über unsere Suchen und unsere Fehlgriffe, darüber, wie wir uns so manches vorstellen und es dann doch ganz anders – ich muss lachen. Die Frau vor mir dreht sich um, lacht auch. Erst recht, als der Pfarrer da vorne darüber spricht, dass es ja ganz elegant sei in Filmen, dass mit dem Happy-End schön ausgeblendet wird – den Alltag danach zeigt keiner. Die Frau vor mir dreht sich wieder um, wir lachen. Ganz anders ist es ja mit Gott, denke ich mir, und so etwas Ähnliches wird er da vorne wohl auch sagen, wenn ich ihm zugegebenermaßen vor lauter eigenen Gedanken nicht mehr so genau zuhöre. Gott ist das Leben. Wir können ihn fühlen und finden, er ist einfach so um uns. Da gibt es kein Vertun.

Wir singen „Ins Wasser fällt ein Stein“ – der Organist lässt statt der halben Note am Zeilenende sicher eine ganze Note Zeit, wohl damit die Liebe Gottes so richtig Kreise ziehen kann – und wissen Sie was? Es macht mir heute nicht viel aus…

Es ist ein schöner Sonntag. Es ist Jubilate.

Zu Hause wichtige Gespräche und viel-viel Aufräumen. Ich glaube, ich brauche noch viel mehr Platz und Leichtigkeit für die neuen Wege, von denen ich noch nichts weiß. Daher fliegen heute tatsächlich fast zwei große Säcke an Papierschnipseln weg und… Ein guter Tag.

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