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…titelt er, belysnächte, und ich kann vor lauter Lachen erstmal gar nicht weiterlesen, obwohl das Gedicht schön ist, denn mir fällt eine alte Geschichte ein:

Meine ungarische Freundin erzählt mir von ihrer lang zurückliegenden Beziehung zu einem deutschen Mann. Er war Vegetarier, zeitweise Veganer. Manchmal nannte er sie Piroschka – ja, das ist der Märchenname Rotkäppchen in der Landessprache meiner Freundin – dann schaute er verträumt und seufzte: „Ich denke oft an Piroschka…“ Sonst hatte sie es nicht gerade einfach mit ihm – war er doch militanter Vegetarier. Sie durfte kein Fleisch, keinen ungarischen Salami in seinem Kühlschrank unterbringen…

Kurz nach der Wende fuhr sie mit ihm in ihr Heimatland. Sie gingen in ein kleines, lauschiges Gasthaus auf dem platten Land – er hatte gerade seine vegane Phase – wo sie mühsam versuchte, ihm etwas Veganes zu bestellen. Der Kellner verstand sie nicht, obwohl sie die Landessprache sprach, holte den Koch herzu… Erklärungsnot. „Er isst kein Fleisch…“ „Ja, dann nehmen Sie doch die Topfennudeln!“ „Nein, auch keine Milchprodukte…“ Die Putzfrau gesellte sich zu der Runde. „Mein Gott, ist er so krank, der arme Kerl…“ „Nein-nein, der…“

Meine Freundin berichtete, dass sie an diesem Punkt auch nicht mehr weiter wusste. Ihr gegenüber am Tisch saß ein hungriger Veganwolf, um sie herum standen 3 mitleidig-unverständige Gestalten, sie wußte, dass hier ganz sicher alles mit Schweinefett zubereitet würde und dass weit und breit kein anderes Essen aufzutreiben wäre… Am liebsten hätte sie schallend gelacht. Oder wäre weggelaufen. Oder beides. „Nein, er will nur nicht,“ – sagte sie, bestellte Kartoffeln, Beilagensalate und Nachtisch für den Veganwolf und einen riesigen Wiener Schnitzel für sich. Da kannte sie nichts.

Bald darauf waren sie getrennt… Denn Rotkäppchen passt nicht zum Veganwolf. 😉

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