Schlagwörter

, , , , , , , ,

Wenn das hier so weitergeht, werde ich mit meinem Unglücksprojekt grandios scheitern… 😉

Ja, der Gärtner versetzt mich – da könnte ich noch sagen, das Glas, ähm, Plastikbecher sei halb leer, aber: Nachbarsbaby darf jetzt endlich Sauerampfer essen und isst das Zeug für sein Leben gern. Und wie es so ist – in meinem Garten wuchert unter dem Pflaumenbaum Büschelweise das Zeug! Definitiv bio! Und weil der Gärtner nicht mit seiner Motorsense kam, pflücken Nachbarin, die über leichte Zahnschmerzen klagt, und ich einen ganzen Berg Biogemüse für den Kleinen – frischer geht’s nicht. Es werden 6 Portionen mehr als er essen kann, und die fein säuberlich abgepackt in der Gefriertruhe verschwinden.

Und weil Gärtner nicht gekommen ist, wird er wohl Schlüssel brauchen, um sich selbst in den Garten zu lassen – ich kann ja nicht Tage lang auf ihn warten; so mediterran bin ich nu auch nicht mehr… In der Markthalle gibt es einen Schlüsseldienst, da will ich hin. Und dort hat auch Sylviechen einen Gemüsestand, wie ich es von Nachbarin erfahre. Ich bekomme einen Einkaufszettel geschrieben (wir müssen ja nicht beide den Weg machen) und Sylviechen ausführlich beschrieben: „Kauf‘ nur bei ihr! Sie hat die besten Sachen und sie muss ihr Haus abbezahlen…“ Während meine Schlüssel nachgemacht werden – „Dauert ungefähr 20 Minuten!“ – habe ich Zeit, um Sylviechen zu finden. Ich grüße von Nachbarin. Promt bekomme ich die besten Sachen zum günstigsten Preis in meinen Korb gepackt. Wir unterhalten uns über das Baby, wie süß und wie groß schon… „Nein, kauf‘ heute keine Maiskolben! Morgen bekomme ich frische…“ Also keine Maiskolben, aber sonst alles. Sylviechen freut sich – ich glaube, über die Grüße von Nachbarin mehr als über den Einkauf.

Zurück im Dorf teilen wir die Einkäufe auf – Nachbarins Zahnschmerzen sind schlimmer geworden. Gut, dass sie nicht nur Marktfrauen kennt, sondern auch die Zahnärztin aus der Straße, die ihr umgehend einen ‚Wandertermin‘ gibt: „Du kommst, wann du kannst, dann bist du gleich dran!“ Wir trinken Kaffee, sinnieren darüber nach, ob es sich denn lohne, diesen Gärtner zu behalten, und warten, dass Baby einschläft… Der Plan ist, dass ich mich dann in meine angefangene Lektüre stürze und das Babyphon nach nebenan mitnehme und sie zur Zahnärztin geht. Und so machen wir’s! 😉

Ich bin übrigens der Meinung, dass man in Bibliotheken das Schnarchen von Babys einspielen sollte – es hat ‚was unglaublich Entspannendes… Ich lese, Baby schnarcht, Mama lässt sich bei der Zahnärztin quälen… (für mich war die Arbeitsteilung schon in Ordnung 😉 ). Nachbarin meint übrigens, dass sie einen Antrag an die Landeskirche stellen will, dass sie hier einen Seelsorgeauftrag einrichten, denn ihr Seelchen von Baby könne perfekt auf meinem Bauch einschlafen – das sei doch eine super-wichtige Aufgabe, oder? (fand ich lieb)

Am Abend Dorfstrand. Ich schwimme dem Halbmond entgegen in die Bucht hinaus; alle Nuancen von Blau, Türkis und Violett – und dann wieder ans Ufer, die Sonne geht gerade unter und ich nehme die Goldbrücke zurück. Wunderbar.

Heute scheitert das Unglücksprojekt aber gewaltig…

Advertisements