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Armes Deutschland…

Trotz gefühlten hundert Jahren Frauenbewegung ernte ich verdutzte Blicke, als ich im Baumarkt mit der größten Selbstverständlichkeit nach Hohlraumdübel frage – ja, liebe Leute, man kann nicht einfach normale Dübel nehmen für gedämmte, mit Rigips verkleidete Wände, das weiß doch jedes Kind, hätt‘ ich zumindest gedacht, ob Männlein oder Weiblein, und ich brauche nu Gardinenstangen und die müssen ja an der von innen gedämmten Außenwand angebracht werden… Am Regal wird die Männerwelt wenigstens nett – ein Mann um die 50, der wahrscheinlich weniger Ahnung von der Materie hat als ich, erklärt mir alles ausführlichst und sucht mir die Dübel aus… Süß.

Die Sucherei geht weiter – nach Kabelschellen… Es ist schon erstaunlich, dass ich noch keine Wohnung gehabt habe, in der die Steckdosen auch nur im Entferntesten an der richtigen Stelle gewesen oder in ausreichender Anzahl vorhanden gewesen wären… Werde ich also mal wieder Kabel über Türen und an Bodenleisten entlang verlegen. 😉

Gardinenstangen in der richtigen Länge – ich entscheide mich für die klassischen Holzdinge; schont die Kasse und die Umwelt und ist zeitlos und braucht nur eine Bohrung pro Halterung im Gegensatz zu den Metalldingern, die aussehen wie Folterinstrumente und gleich 3 Löcher pro Halterung bräuchten…

Während ich da vor mich hingrübel‘ – auch heute scheitere ich übrigens wieder an der Lampenfrage – warum sind eigentlich alle Deckenlampen soooo häßlich?!?! Da kann ich doch gleich die Kugellampe vom Vormieter hängen lassen, ist auch nicht schlechter… – beobachte ich die Leute, die im Baumarkt einkaufen: fast alles Männer. Wenn nicht, dann Doppelpack. Frau trottet neben Mann her. Darf Tapeten- oder Fliesenmuster aussuchen und bekommt am Ausgang einen Bilderrahmen geschenkt… Mann! Wäre ich nicht da, wäre meine Stichprobe aber arg patriarchal…

Weiter zum Gardinengeschäft – muss ich erwähnen, dass die Stichprobe in diesem Laden arg matriarchal ausfallen würde? 😉 – der Stoff, den ich suche, gibt es nur in Kirchdingens am Ende der Welt… Nächste Woche also… da bekomme ich ihn von der freundlichen Mitarbeiterin mitgebracht.

Jetzt reicht’s mir aber auch mit Einkaufen – gehört nämlich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Auf dem Heimweg werde ich für die Strapazen durch die Musik von Nepomuk entschädigt.

Johann Nepomuk Hummel. Seines Zeichens Schüler von Mozart und später Nachfolger Haydns beim Fürsten Esterházy. Sein Trompetenkonzert Es-Dur ist heute genau das Richtige für mich für den Heimweg.

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