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Es ist der 6. Sonntag nach Trinitatis: ‚Leben aus der Taufe‘ ist das Motto des Sonntags – der Predigttext aus der VI. Reihe spricht so gar nicht über das Thema Taufe und doch merke ich mal wieder; ich habe jede Menge übrig für Taufe im Kindesalter, für diese Unbedingtheit, diese bedingungslose Liebe, die uns da zugesagt wurde kurz nach unserer Geburt. Auch mit dem Wochenspruch: „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ (Jes 43,1)

Alles neu an diesem Sonntag: mein Talar frisch gereinigt, ich mit meinem Neubeginn, in neuen Gemeinden unterwegs, neue Wege in neue Kirchen finden (und weil Sommer ist, vertrete ich auch in der Nachbargemeinde), neuer Organist, Küster und Lektoren… Ich frage mich, ob sie alle deswegen so überaus freundlich sind, weil in meinem kleinen schwarzen Ringbuch die Botschaft von der großen Freundlichkeit Gottes versteckt ist – und nicht versteckt bleibt. Irgendwie macht sie mich schon seit Tagen froh und lässt nach und nach die Hürden des Unbekannten und der Temperaturen mit Leichtigkeit nehmen. Ein guter Tag.

Der Predigttext kommt aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 2, 1-10:

So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.
Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.
Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.
Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«
Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Psalm 118,22; Jesaja 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2,25).
Ich denke an die Zwillinge – wie groß sie schon geworden sind, und ja, sie essen begierig! – und erzähle von ihnen. Und wie mich die Freundlichkeit Gottes – diese gute Milch 🙂 – gleich einen Kopf größer werden lässt…
Und die lebendigen Steine: für mich müssen sie ja nicht perfekt und glattgeschliffen und makellos sein – Ecken und Kanten, Vorzüge und Mängel sind schon in Ordnung… wir ergänzen uns. Passt.
Und wir singen! Und weil der Organist wirklich gut ist, schaffen wir in beiden Kirchen eine schön gesungene Liturgie – wir teilen uns auf; einmal er, einmal ich – und die sorgfältig improvisierte Musik nach der Predigt ist eine eigene kleine Predigt und dann singen wir von Gottes Liebe, die weite, weite Kreise zieht:
…so geht das. 🙂
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