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Heute ist Loben. 🙂 Alle Lieder, alles Musik ist danach ausgesucht, es ist eine feierliche Stimmung in meiner kleinen Kirche, als ich – etwas verspätet – auf ‚meinem‘ Stuhl in der letzten Reihe Platz nehme; ich habe den neuen Kirchweg noch nicht richtig eingeschätzt. Schön, denke ich mir, und mit der Eingangsliturgie komme ich langsam an – auch, wenn ich recht müde bin, die langen Wege nicht mehr gewohnt.

Die Speisung der 5000 ist die Lesung – und meine Gedanken verweilen einen Moment lang Jahre zurück bei der wunderbaren Predigt meines Mentors, der doch die Berechnung angestellt hat, dass die aufgesammelten 12 Körbe doch sicher bis heute reichen müssten – und so ist es! Das Wunder ist tragfähig, denke ich mir, nein, ich fühle es und habe es auf dem Weg erfahren…

Wir loben IHN, ja, vom ganzen Herzen.  Mag das Herz manchmal auch schwer oder voller Zweifel gewesen sein – Loben tut Not und tut gut. Heute leicht und freudig… Hm.

Der Auszug aus Ägypten ist die nächste Lesung – und ich ahne es noch nicht, dass dies auch der Predigttext werden würde, doch sind meine Assoziationen viele und mannigfaltig: Kürzlich erst ist mir der Sonntagszettel mit dem ‚Loslassen‘ aus meiner letzten Kiste entgegengefallen…

„Etwas Besseres als den Tod finden wir überall…“ – in etwa so fängt der Kollege seine Predigt an und erzählt über die Beweggründe, warum Israel wohl überhaupt erst in Ägypten gelandet ist. (Bei mir läuft mein eigenes Kino – und ich muss lächeln.) Die Gründe plausibel, ja, vernünftig, und doch nicht ausreichend, um nun jetzt noch zu bleiben. Denn die Fleischtöpfe sind zwar voll in Ägypten, die Gewohnheiten eingespielt, die Sicherheiten gegeben, aber die Freiheit… Und dann kommt Einer und spricht es aus.

Wenn man sich auf den Weg macht – durch die Wüste – dann gibt man ja die Sicherheiten auf. Der Aufbruch bedeutet gleichsam ein Sich-Verlassen auf die Bewahrung des Gottes, der den Aufbruch möglich und vielleicht auch nötig gemacht hat. Da heisst es dann Tag für Tag von Gottes Hand in den Mund zu leben – Manna kann man nicht horten: oder wie später formuliert wurde – jedem Tag seine Sorge lassen. Leicht (weil wenig Gepäck) und schwer (weil viel Vertrauen) zugleich, denke ich mir – und wundere mich nicht im Geringsten darüber, dass der Ruf zurück an die Fleischtöpfe damals wie heute laut wird… Und doch ändern sie die Richtung nicht – sagt der Prediger – und ich weiß in meinem Herzen: bist du aufgebrochen, gehst du durch die Wüste, auch, wenn das ‚Gelobte Land‘ sicherlich kein Schlaraffenland ist. Es ist aber der bessere Ort – füge ich innerlich hinzu…

Noch lange werden sie von der Wüste erzählen – von der Bewahrung… Es passiert dort ‚was Entscheidendes – so predigt er – und Recht hat er, denn die Wüstenzeiten machen das Wesentliche sichtbar, das, was trägt. „Und der Friede Gottes…“ (Urplötzlich kommt der Kanzelsegen – ich hänge noch meinen Gedanken nach, aber mehr, mehr muss man jetzt auch nicht…)

Obwohl: Abendmahl. Ja, es hätte nicht anders sein dürfen. ER ist da – in der Wüste und auch in den Neuanfängen. In den Einsamen Stunden und auch in der Gemeinschaft. Wunderbar.

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