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Hoch geht es hinauf heute – ich erkunde meinen Dachboden – und auch tief hinunter, denn ein Regenwurm wurde über Nacht vor meine Tür gespült und findet auf dem Asphalt keinen Weg in die Erde – also woanders eingraben…

Der Dachboden ist zwar alt, aber beinahe leergefegt, nun, gefegt kann man nicht gerade sagen, denn einen Besen hat er wohl schon sehr lange nicht gesehen… 😉 Fundstücke: Ein altes Regal und ein Frühstücksservice für mindestens 6 Personen. Und viel Platz. (Nur jetzt nicht in Versuchung kommen und mit dem Ausmisten aufhören – denke ich mir – bloß nicht…) Ich schaue mir die Balken an und denke an die Dachböden meiner Kindertage – groß und staubig, voll mit den Dingen von Generationen – oder die Heuböden… Was haben wir unter solchen Balken gespielt… Etwas länger als notwendig verweile ich dort oben, so in Gedanken versunken, bevor ich die Treppe wieder heruntersteige. Schön. (Übrigens hat es mich ganz und gar nicht erstaunt, dass mein letzter Kinderbesuch als erstes um Erlaubnis bat, sich auf meinem Dachboden umschauen zu dürfen…)

Dagegen ist die Technik mühsam – lange schon schlage ich mich mit der Einrichtung der Telefonanlage herum – zugegebenermaßen auch deswegen, weil ich nur mit halbem Herzen (wenn überhaupt) dabei bin. Jetzt mache ich mich mit Ernst daran und stelle fest, dass mein Telefon – vor Kurzem noch neuester Stand der Technik – inzwischen zum alten Eisen gehört… So geht’s. Ich darf mich zwischen Adapter und Neugerät entscheiden. 🙂 Ihr dürft raten, was ich tue… (nee, also unpassend irgendwie mühsam passend gemacht und dann klappt es doch nicht, nee-nee, davon hab‘ ich genug…)

Die letzten zwei Schubladen der Kommode sind dran – und sie waren wirklich arm dran, hatte man sie doch mit selbstklebender Tapete beklebt… Ich befreie das schöne Holz vom sicher 30 Jahre altem Übel in resopal-Optik, die Klebereste werden nach und nach auch entfernt – fragt besser nicht, wie lange das dauert, bis alles wieder in natürlichem Glanz erstrahlt… Jedenfalls lange genug, um mein neues-altes Möbelstück in-und auswendig kennenzulernen und die Gedanken wieder weit fliegen zu lassen… Ja, ja, die alten Handwerksmeister wussten noch ‚was: Perfekt ist nicht schön, nein, es braucht die Unebenheiten, die kleinen Abweichungen von der Norm, damit etwas schön wird, sonst ist das austauschbar, ohne Charakter, denk‘ ich mir, während ich zum bestimmt hundertsten mal über das Holz poliere – die Fläche nur scheinbar ganz glatt, es sind offensichtlich noch handgehobelte Bretter (nach Pressspan sucht man hier vergeblich), die hier verwendet und genau ihrer Verwendung, ihrem Ort angepasst wurden. Ich werde herausfinden müssen, wierum die Schubladen leichter gehen – mache ich mir innerlich eine Notiz… Die Schubladen werden schon passen – und das tun sie jetzt auch, von Schmutz und falschen Polituren, von Flecken und Kleber befreit – sie passen. Genau an ihrem Platz – tauschen könnten sie nicht, dafür sind sie nicht gebaut. Ist schon richtig so.

Langsam rückt hier alles an seinen Platz – Schubladendenken ist deswegen aber noch lang‘ nicht angesagt. 😉

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