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Freunde sind schon erstaunlich – sie wissen irgendwie ganz genau, wann es an der Zeit ist, aufzutauchen. Und dann können sie weder von langen Wegen noch von Regenwetter am Unternehmen Besuch gehindert werden…

Was wir nicht alles geplant haben – Frühstück und Kirche und Fischezoo und Schokoladenmuseum und Wandern und Mittagessen und Espresso und Spielen und lange Gespräche und all‘ das bitte an einem nicht ganzen Sonntag, denn ja, am Montag muss wieder gearbeitet werden und die Fahrt – also wie wir so sind, eben am Träumen von viel mehr Zeit miteinander, ein Wunschprogramm für bestimmt eine Woche… Ach, wenn nur die böse Uhr stehenbleiben könnte!

Frühstück schaffen wir – die Kinder machen uns super-Toastbrote – dann müssen wir uns schon aufteilen, denn sie muss noch den Hort für ihre Tochter retten (eine ellenlange Eingabe für die nächste Gemeinderatssitzung schreiben), während wir mit ihr in der Kirche sind und danach, ja danach ist schon Mittagessenszeit. Fast. Denn wir versacken in meiner Wohnung – die Erwachsenen beim Espresso, die Kinder räumen derweil meinen Spieleschrank aus…

Da ich immer noch keinen Esstisch habe – dafür ist aber die Kommode fertig 🙂 – machen wir uns auf den Weg in ein gemütliches Restaurant, wo wir nicht nur super-leckeres Essen, sondern auch Malbücher und Spielzeug für die Kinder vorfinden, während es draußen wie aus Kübeln regnet. Wandern ist also nix… Bleibt Fischezoo oder Museum, bis wir auch das verwerfen und auf den Winter verschieben, denn uns gefällt es hier so gut bei Gespräch und Spiel, dass wir einfach ewig bleiben…

Zurück in meiner Wohnung packen sie ihr Geschenk aus: Eine kleine Flasche Lagavulin, 16 Jahre alt. „Es wird Zeit, dass du deine eigene Whiskysammlung anlegst,“ – sagt er – „du mochtest schon immer die herberen Sorten.“ Wie schön, denke ich mir, und wie eigenwillig, hatte ich für ihn die dritte Sorte vom Kräuterschnaps mitgebracht, was wiederum aus seiner Sammlung fehlt. Und für die Kinder Schokolade. Ihr drücke ich das Manuskript ihrer Trauung in die Hand – ich hatte sie vor 13 Jahren getraut – meine erste Trauung – und immer noch sind sie ‚was Besonderes.

Als ich die Tür hinter ihnen zumache, kommen mir die Tränen. Ich hätte sie gern näher… Liebe hat ja so viele Gesichter. An manchen Tagen vier.

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