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Der 9. Sonntag nach Trinitatis – es geht um die anvertrauten Gaben – und nun wieder geht’s in eine neue Gemeinde. Hohesundtiefes verbringt die Tage damit, Altes auf- und aus dem Weg zu räumen, Neues und neue Menschen und Strukturen kennenzulernen und ja – es ist schon eigentümlich – die Perikope fasst schon wieder die Woche zusammen: es ist viel Gnade dabei und Gottes Fürsorge und die Gedanken sind oft in die Richtung geflogen, was denn nu mit den Gaben ist, die ich so habe und wie es ist mit der Liebe… hm.

Der Wochenspruch „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.“ (Lk 12, 48b) überfordert mich (ein wenig, hihi, also ich kann hier bestimmt nicht gemeint sein! – oder doch? Hilfe!) und ich bin mehr als froh darüber, dass ich nicht alleine da vorne stehen muss an diesem Sonntag, denn die Kollegin geht mit. Sie will mich vorstellen und die Liturgie übernehmen, so dass ich mich einfühlen kann, und mich ’nur‘ um die Predigt kümmern muss… Auch die Lieder sucht sie aus, nachdem sie meine Predigt gelesen hat – eine erste, liebe Rückmeldung; ich fühle mich aufgehoben, wenn auch manchmal ein wenig unsicher auf den neuen Wegen…

Die Lesung ist ja nicht weniger heftig als der Wochenspruch – geht es hier um die anvertrauten Talente.

Da tut es gut, zu singen, darum zu bitten, dass Er meine Grenzen in Weite verwandelt – und um den ganzen Rest auch…

Der Predigttext ist aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 4, 7-11:

Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. 8 Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn „die Liebe deckt auch der Sünden Menge“ (Sprüche 10,12). 9 Seid gastfrei untereinander ohne Murren. 10 Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes: 11 wenn jemand predigt, dass er’s rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er’s tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Ich denke lange über den Text nach – verstehe ich ihn als Vorschriftensammlung, dann ist er eine Überforderung. Aber ich kann ja anders gucken – es sind ja lauter liebevolle, freundliche Tips, wie es einfach gut wird. 🙂 Eine Essenz des Wesentlichen…

Zugegebenermaßen habe ich es mit dem besonnenen und nüchternen Beten noch nicht so ganz raus – aber Beten, ja, das tut gut und ist eine Kraftquelle; da kann ich sein, wie ich bin, werde gehört – oder eben gesehen, wenn ich schweige, weil die Worte fehlen. Und erfahre seine Gegenwart.

Und dann ist da das mit der Liebe. Bedeutsam. Beständig soll sie sein und nicht nach der Schuldfrage suchen. Ich merke meine Grenzen. Deutlich. Gut, dass wir von einer größeren Liebe getragen sind.

Gastfreundschaft und einander dienen und Gottes Wort predigen – wie gut, dass das nicht aus eigener Kraft… Ich finde übrigens diese Kombination großartig! Und die Reihenfolge… Miteinander sein, einander kennenlernen, Gemeinschaft, dann wird nämlich auch klar, was der Andere braucht – und dann erst kommt die Predigt. Sonst wären’s ja leere Worte. Diakonie zuerst. Wichtiger Punkt.

Dass Gott Loben die Seele zurechtrückt, und eine enorme Kraftquelle ist – Beten nochmal anders – muss ich das sagen?

Die Kollegin antwortet auf meine Predigt, die ich ihr vorab gebe, mit diesem Lied, das sie als Predigtlied aussucht:

Passt. Wir sind von Gottes Liebe umfangen.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag.

 

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