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…will ich euch nicht verwehren, denn Sonntage sind einfach nur klasse! 🙂

Der Gottesdienst – und auch schon das Vorgeplänkel dazu – einfach nur Geborgenheit. ‚So geht es also auch,‘ – denk‘ ich mir, während ich da stehe, mit der Kollegin, erst im Büro, das Sonntags kurzerhand zur Sakristei umfunktioniert wird und sie mir freudestrahlend erzählt, dass sie es geschafft hat, die vakante Erzieherinnenstelle zu besetzen; ein Wunder in diesen Zeiten! „Wollen wir nicht ein Extra-Halleluja singen?“ – frage ich sie, und wir lachen… Dann sprechen wir noch über Integration und Inklusion (und sind einer Meinung!) und als wir sehen, dass Gemeinde langsam eintrudelt, richten wir uns gegenseitig die Bäffchen und stellen uns zur Begrüßung hin. Was ich jetzt bekomme ist mehr, als ich je erwartet habe: eine Kurzführung – ins Ohr geflüstert – durch die Gemeinde: ‚Das ist Frau X, das Herr Y…‘ Ihre Liederauswahl und Gebete rahmen nicht nur, sie tragen meine Predigt – und mich. Tut gut, das. Wie auch das anschließende Kirchenkaffe, bei der sie mich ermutigt, auch noch dies und jenes von mir zu erzählen und geschickt das Thema wechselt, als die Fragen der Gemeindedamen doch zu privat werden. Dass heute Morgen ein e-mail kommt, in dem sie sich für den tollen Gottesdienst bedankt, muss ich noch erst einmal verdauen… hm.

Damit ist aber nicht ausgesonntagt… (tolles Wort, oder? 😉 ) Zu Hause (ja, es fühlt sich wirklich schon, wie ZUHAUSE an 🙂 !) angekommen wartet die Nachricht meiner Freundin auf mich, dass sie sich jetzt aber in den Zug setzt, um mich zu besuchen… Jetzt alles auf einmal, denk‘ ich mir, und muss zum wievielten mal an diesem Tag breit grinsen… Auch deswegen, weil sie ja eigentlich als Pastoren-Exfrau wissen müsste, dass sie mich an Sonntagvormittagen nicht erwischt – aber auch diese schweren Zeiten haben wir gemeinsam überstanden, und wie gut, dass sie so weit weg sind, dass sie nicht mal mehr daran denkt! Also steigt sie am Nachmittag aus dem Zug, als hätte man sie aus einem eleganten französischen Modemagazin geschnitten und strahlt mich an: ‚Meine Freundin! So toll hast du noch nie ausgesehen!‘ Das Kompliment kann ich zurückgeben. 😆

Dass sie mein neues Nest toll findet ist irgendwie keine Überraschung und doch tut es gut – wir machen’s uns auf dem Sofa gemütlich – es gibt viel zu erzählen… Neues,… und wir staunen über den gemeinsam zurückgelegten Weg; wer hätte gedacht, dass es schon so viele Jahre sind – und was wir beide in diesen Jahren auf die Beine gestellt haben: irre! Wenn man sich überlegt… und weil sie weiß, und weil ich weiß, brauchen wir’s nicht weiter zu diskutieren, sondern wir schmunzeln uns nur an und trinken auf…

Tja, am Ende landen wir in einem feinen italienischen Restaurant – beide schick angezogen und bester Laune – bestellen uns die leckersten Sachen und lassen uns einen schönen Weißwein kommen. Und jetzt: wir trinken auf… die Freiheit! 🙂

Zurück auf dem Sofa – Seelengespräche bis in die Nacht…

Am Morgen bringe ich sie zum Bahnhof und wir freuen uns über den verspäteten Zug, denn noch immer gibt es so viel zu sagen. 🙂 Demnächst wieder – sagen wir – und sie steigt in den Zug, als würde das Modemagazin wieder zugehen… Perfekt.