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Na, da haben wir uns ‚was eingekauft mir dieser Perikope…

Ich kämpfe die ganze Woche gegen die sich automatisch formulierende perfekte pietistische Predigt mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger – es ist eine Schande, wie diese selbsternannten „Frommen“ es schaffen, ihre Textbausteine tief in dir zu platzieren, so dass sie beizeiten auftauchen, wo du sie am wenigsten erwartest… Hammer. Also DAS nicht!

Es geht ja heute schließlich um das Gnadenhandeln Gottes und mag zwar die Perikope für den 11. Sonntag nach Trinitatis über Sünde sprechen, kündet sie noch viel deutlicher von Gottes Gnade und vom Neubeginn. Also.

Wir haben’s diesen Sonntag vom König David, wie er Batseba verführt und als sich dann herausstellt, dass sie schwanger ist – und er’s nicht einfädeln kann, das Kind dem Ehemann Uria als Kuckuckskind unterzujubeln, diesen in den Tod schickt. Dann kommt der Prophet Nathan zu David und ‚enthüllt‘ die Tat. (nachzulesen hier)

Dass David selber eine Todesstrafe für ein wesentlich geringeres Delikt ausspricht ist nicht ohne Ironie und lässt ihn tief in seine Abgründe, in den Spiegel schauen, als Nathan ihn als den Deliquenten identifiziert…

Was nu? Die Todesstrafe, die er ausgesprochen hat? Einer ist ja schon tot – der Ehemann – und David hielte es für absolut gerechtfertigt, wenn er jetzt auch sterben müsste… Dass es das Kind ist, das stirbt, will mir nicht in den Kopf und noch weniger ins Herz – David auch nicht – und doch: wie oft sind es die gänzlich Unschuldigen, die den ganzen Mist ausbaden… hm. an dieser Stelle bin ich sprach- und ratlos.

David muss jedenfalls nicht sterben. Gnade ist auch, dass Gott ein Ende kennt. Nach dem Tod des Kindes ist es rum. Und David nimmt Gott beim Wort. Er steht auf, denn ab hier ist wieder Leben und Neubeginn und Glücklichsein angesagt. So stellen wir uns das Leben eines Mörders und Ehebrechers ja nicht vor – wir sind ja nicht so gnädig – unseretwegen könnte er sein Leben lang im Gefängnis schmoren, unglücklich sein, was auch immer… Gott schenkt ihm einen Neuanfang. Also wird David mit Batseba glücklich. Geht wieder zu ihr hinein (heisst: ja! genau das 😉 – und sie bekommen ein zweites Kind, das am Leben bleibt: Salomo. (Klingelt da ‚was?)

Was ich an dieser Geschichte so bemerkenswert finde? Nun, erstens, dass David zugeben kann, dass er so richtig Mist gebaut hat. Vielleicht kann er das ja, weil er weiss, dass Gott ihn trotzdem auffängt und nicht fallen lässt. Gnade eben.

…so etwa hab‘ ich’s mir gedacht…

 

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