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…und er ist bunt! 😉

Aber lasst mich mal von vorn erzählen… Theomix hatte eingeladen, und ich bin gern gefolgt, denn ich hatte endlich einen freien Sonntag – heisst: nicht selbst auf die Kanzel – also bin ich nach Kircheib gefahren, in die kleine romanische Kirche.

Und weil Kircheib am Asbach der Welt ist (OK, nur fast Asbach…) komme ich ein wenig verspätet an – zum Anfangslied des Festgottesdienstes. Aber es ist genau richtig so, so soll es sein, denn dieses Lied ist wie für mich gemacht. Heute gespielt vom Duo Feschmir (Akkordeon für den stabilen Grund und Geige für die Lebensfreude) und wir singen: ‚Ich sing‘ dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben…“

…und da bin ich wieder: in der 4. Strophe… „Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben. Die Höhen, die Tiefen hast du mir gegeben.“ …und ja, da bin ich, mitten in der Gemeinschaft, singe und strahle, und zugleich kullern mir dankbare Tränen das Gesicht hinunter – ja, ja, haben wir wieder die Höhen und Tiefen alle auf einmal versammelt… schön. Und schön, damit einfach angenommen zu sein.

Entspannte Annahme – so würde ich die Atmosphäre im Kirchraum beschreiben, denn wie ich um mich sehe und fühle, scheint es den Anderen ähnlich wie mir zu gehen. Hier herrscht – schon im Gottesdienst – eine ganz besondere Stimmung. Eine eigentümliche Mischung aus ‚Der Himmel ist ganz nah‘ und ‚Kaffeehaus‘, denn ja, man sieht es: nachher soll es Kaffee und Kuchen geben, die Tische sind gedeckt – im Seitenschiff.

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Aber jetzt ist es erstmal die Predigt dran – und die hätt‘ ich um keinen Preis verpassen wollen: mit Leichtigkeit und Tiefgang begegnet er uns, der Prediger, im Manier eines leich zerstreuten Professors… Der Predigttexte gibt es gleich drei – spannendes Konzept, denk‘ ich mir. Lasst mich mal rekapitulieren.

‚Mit dem Licht fängt alles an‘ – sagt er, und liest aus der Schöpfungsgeschichte, ‚das Licht macht alles bunt.‘ Ja, Gottes Lieblingsfarbe sei ‚bunt‘, sagt er, und ich spüre, da kommen wir alle vor, so wie wir sind, wir sind gut so… Wundersam.

Bunt. Himmel und bunt – scheint ja erst einmal nicht zusammenzugehen, auch nicht mit der Kirchendecke, die wir da betrachten – und dann doch: mit dem zweiten Text wird’s deutlich. Klar doch, da war noch ‚was: der Regenbogen! Wie Gott fast alle Farben am Himmel leuchten lässt – den Kriegsbogen auf den Boden stellt und bunt macht – welch‘ eine wunderbare Zweckentfremdung…

Und wir singen – wieder von diesem himmlischen Musikerpaar begleitet: ‚Dona nobis pacem‘

Und auch in uns, unter uns kommt das Bunte nicht zu kurz – er liest aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 4 (ein Text, der mich in der letzten Zeit viel beschäftigt hat – von der ‚mancherlei Gabe Gottes‘) und legt aus:

Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (Sprüche 10,12). Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes: Wenn jemand predigt, dass er’s rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er’s tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Beständige Liebe und eine heitere Leichtigkeit macht sich bemerkbar. Sagt: von der Liebe sage er nachher noch ‚was. Musik!
Was er von der Liebe gesagt hat? Verrate ich gern: dass es wohl auch beim ‚liebsten Kind‘, dem Geld bemerkbar macht – das waren die Kollektenabkündigungen. 😉
Nicht wenige lachen. Und geben gern. Und wir singen: ‚Wie ein Lachen, wie ein Vogelflug…“
Beten
…und: weil es noch so viel zu sagen, und eine herzliche Einladung an Alle auszusprechen gibt, und weil der Segen schon die ganze Zeit so spürbar ist… bleibt er fast unausgesprochen…
Dann aber doch: SEGEN! 😀
Und Musik! Und Bleiben.
Später sitze ich mit einer herrlichen Tasse Kaffee im Seitenschiff und beobachte ein älteres Paar, wie sie selbstvergessen tanzen, während andere in den Kirchenbänken angeregte Unterhaltungen führen. Der Himmel ist ganz nah.
Und ich? Ich bin einfach nur glücklich.
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Jetzt könnt‘ ich euch noch von der Kirchenführung berichten, die unbedingt lohnt, oder davon, dass ich später am Nachmittag, als es zwischen zwei Führungen ganz ruhig wird, mit Theomix in der Kirchenbank sitze und wir uns am Gespräch freuen… und was noch…
Oder ihr kommt nächstes Jahr einfach selbst vorbei… 😉
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