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Gebt mir eine Sache und ich schreib‘ euch eine schön geordnete, langweilige Predigt…

Aber nein, das war nicht zu erwarten, und offensichtlich ist mir das nicht gegönnt – oder von der anderen Perspektive gesehen: es ist mir geschenkt, dass es eben anders ist. Das Leben tobt, privat und in der Gemeinde – ich brauche den Gottesdienst, wir brauchen ihn alle. Diesen Sonntag werden die neuen Konfirmanden begrüßt. Und wir haben den katholischen Kirchenchor zur Gast. Und eine Kunstausstellung im Haus. Und die Gemeindesekretärin ist immer noch krank… (und das Private, wie dass mein Auto die ganze Woche in der Werkstatt war und noch Vieles mehr will ich hier gar nicht erst alles aufzählen…) Also ist es nix mit einer schön nach Schema X geordneten Predigt, mit einem grauen Gottesdienst – es  dürfte heute ein wenig chaotisch werden – allein schon, weil der Chor unbedingt im Altarraum sitzen will – dafür umso wichtiger der Sonntag…

Als ich die Lesung aufschlage, denk‘ ich mir: ‚Ja, ER hat das Chaos im Griff…‘ und muss über mich selbst lachen. Lest mal:

Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. 33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

(Matthäus 6,25-34)

Ja, das ist die Strategie. Nimm’s Scheibchenweise. Vertraue darauf, dass ER ganz genau weiss, was du brauchst – und auch dafür Sorge trägt. Dass ein tobendes (Gemeinde)Leben ein sehr gutes Zeichen in diese Richtung ist… 🙂 Und dass du gehalten wirst, auch wenn du’s zuweilen gar nicht merkst.

Der Gottesdienst? Ich glaube, der wird echt bunt… Nein, heute predige ich nicht über die Perikope. Es gibt eine Liedpredigt über ABBAs ‚I believe in Angels‘ – something good in everything I see… Denn ich sehe sie: die Presbyterin, die mir sagt, dass sie trotz Einsparungen und Strukturveränderungen Spaß an ihrer Gemeinde und an ihrem Glauben hat – und anpackt. Den Küster, der es uns jedes Mal schön macht – in Kirche und Gemeindehaus. Den Organisten, der nicht nur schön musiziert, sondern immer wieder tolle Musiker ins Haus holt und nebenbei noch so Vieles organisiert. Und wie die Hürden Tag für Tag beiseitegeräumt werden – und es dann am Ende doch noch fluppt – es ist, wie durch Engelshand, ein Weg bereitet. Und die Menschen, die da sind… Und dass der Weg mit IHM vielleicht nicht immer einfach, aber schön…

Heute, am Samstag, wo ich das aufschreibe, suche ich noch nach den richtigen Worten. Und es wird heute noch einen Kinderbibelnachmittag geben… Wie gesagt, das Leben tobt. Und es ist wunderbar, wertvoll, nicht zuletzt, weil wir IHM das sind. Und zuweilen braucht’s auch viel Energie und Vertrauen… So ist es an diesem Ende der Welt. 🙂

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