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…diskutieren meine Herzenskonfis die verschiedenen Übersetzungen der Weihnachtsgeschichte.

Sie hatten ja die Sprache unserer Gottesdienste bemängelt – man würde dort so komisch sprechen, wie keiner sonst… Einer versucht dann zur Heiterkeit der Anderen die Worte nachzumachen und ich merke: sie ergeben für ihn tatsächlich keinen Sinn, wie er sie in lustiger Weise aneinanderreiht…

Wir lachen.

Und dann verteile ich die verschiedensten Bibelübersetzungen in der Gruppe. Wollen dieser Sache mit der Sprache auf den Grund gehen…

Als ich die Luther-Übersetzung anfange, vorzulesen, ruft es hier und dort: ‚Das meinen wir!…“ (…und es fängt schon mit dem ‚es begab sich…‘ an)

Mit der Guten Nachricht kommen sie überraschend gut klar: ‚Das kann man wenigstens verstehen…‘

Die Volxbibel ist Grund zur Freude – und Anlass zur Diskussion. Spaltet die Kids. Manche finden die Übersetzung toll, wollen sie gleich haben, kaufen. Andere lachen ob die eine oder andere Formulierung. In einer Tiefgarage soll Jesus geboren worden sein? Und dann legten sie ihn in eine alte Ölwanne? In einer Ecke macht sich betretenes Schweigen breit. Ich frage nach. Der Junge ringt um die Worte. Findet sie dann und sagt: ‚Das geht nicht. Das ist irgendwie despektierlich Jesus gegenüber. Da muss doch ein Platz sein…‘ Wie er da redet, wird seine Stimme immer dünner. Ich schaue ihn an. Sage: ‚Das ist ja das Schlimme. Es war kein Platz. Nirgends. Die Krippe ist ja nicht schön…‘ Er schaut zurück. Wir schweigen kurz, bis uns sein Freund zur Hilfe eilt: ‚McDonalds. Aufm Klo.‘ ‚Ja, sowas.‘ – sag‘ ich. Mir ist ein bißchen traurig. Und sehr leise. Und wiederum auch froh. Denn es ist Verständnis gewachsen… wenn auch kein leichter Weg. Hm.

Die Mädchen stehen in den Startlöchern, in der Hand die Bibel in Gerechter Sprache. Lesen vor. Die ‚Hirtinnen und Hirten‘ haben’s ihnen angetan. Und dass Gott nicht nur immer ER genannt wird. Dass ER auch mal SIE sein darf… Auf einmal fühlen sie sich sichtbar: ‚Es waren ja auch Frauen dabei‘ – sagen sie und strahlen.

Das, und noch viel mehr…

Denn die Jungs sind ja Jungs und lassen es sich nicht nehmen, mit Geschrei und Freude den Kicker zu malträtieren, während die Mädchen Zuflucht in der Kirche suchen und fröhlich Gottesdienst ’spielen‘ – ich beobachte durch die Türspalt, wie sie sich als kleine Liturginnen erproben… Als ich reinkomme, stellen sie allerlei Fragen.

Schön ist das.

Auch, dass sie jetzt Sonntags Gesangbücher austeilen wollen. Und manche wollen demnächst mal die Lesung machen. Und zwei Klavierspieler sich an der Orgel ausprobieren… Hm, und Blumen für den Altar machen – wär‘ das nicht schön? Ich schmunzel vor mich hin, notiere brav die Namen und freue mich…

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