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Sie kommen zweimal – die Sternsinger. Manchmal frage ich mich, ob ER das extra macht… ER guckt genau hin.

Das erstemal begegnen sie mir vor dem Haus – ein ganz kleines Mädchen und ein kaum größerer Junge, begleitet von Mama. ‚Zu Ihnen wollten wir gerade‘ – sagt die Mama, wir unterhalten uns kurz, ich bestücke die Sammelbüchse und sie merken sich meine Tür: der Segen soll draufgeschrieben werden, während ich zum freundlichen Doktor entschwinde, der mich kopfschüttelnd aus dem Verkehr zieht: ‚Nun denn, erholen Sie sich gut.‘ Ja, ja, es war zu viel Arbeit.

Wieder im Haus überlege ich die Sache mit dem Segen. Es kann ja nicht richtig sein, wie wir das machen… Diese Strukturen. Diese Vereinsmeierei. Die Immerschons. Und dann sich beinahe schämen müssen, wenn SEIN Name fällt… Letztlich ist es doch so: wenn nicht die lebendige Beziehung zu IHM, dem Guten Hirten im Mittelpunkt unseres Tuns und auch unseres Lassens steht, dann ist es vielleicht besser, wenn wir den Laden zumachen… das gibt keinen Segen. Hm.

So sinnier ich vor mich hin – müde, wie ich bin – brühe eine Tasse starken englischen Tees auf und schmiere mir ein Brot, als es an der Haustür klingelt. Ich mache auf. Die Sternsinger stehen da! 🙂 Diesmal sind es drei, von mittlerer Größe, in Begleitung eines Papas – und sie singen laut und wunderbar. Vom Segen und von Caspar, Melchior und Balthasar.

Ich freue mich. Dass sich in diesen Tagen so viele auf den Weg machen. Mamas, Papas und Kinder. Es ist nicht nurTradition, kein bloßes Immerschon. Sie haben mir zum Abschied einen Zettel in die Hand gedrückt, da steht drauf ‚Segen sein, Segen bringen‘ – und das sind sie, das tun sie.