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Da sitze ich, zwischen meinen tollen, tollen Konfis – und überlege mir, warum ich ihnen eigentlich noch etwas über ‚evangelisch‘ und ‚Reformation‘ beibringen will… Mein Kopf brummt. Die Grippe, die mich schon seit einigen Tagen fest im Griff hat, will nicht weichen. Husten und Schnupfen sind zwar im Griff, aber der Kopf… ajjajj…

Die Konfis haben mich vor einigen Wochen mit ihrem Anliegen angeschrieben: Einen eigenen Gottesdienst wollten sie, einen, in dem sie wirklich alles verstehen. Und Lieder, die sie mögen. Ich freute mich sehr und war stolz auf sie, denn im Gespräch führten sie’s noch weiter aus: ‚Wir wissen ja jetzt, wie Gottesdienst geht. Und wir brauchen nur noch ein wenig Hilfe, um unseren eigenen Gottesdienst zu machen, in unserer Sprache, mit unseren Themen, mit unserer Musik…‘

Und so kamen wir auf den Reformationstag. Besser gesagt, den Sonntag drauf. Dass sie dann ihren Gottesdienst feiern. Ja, sagten sie, gern mit der ganzen Gemeinde.

Da sitze ich also mit ihnen, ich Dröhnekopf, und schaue ihnen zu, wie sie ein Anspiel vorbereiten: der kleinste, stillste Junge will Luther sein. Und ein Mädchen – Luthers Vater. Einer, dem ich ein forsches Auftreten nicht angesehen hätte, verkauft Ablaßzettel als Tetzel und zwei Jungs, die sonst immer im Rampenlicht stehen, suchen sich die Rollen der Zuschauer aus, die den Laufkommentar von der Seite aus sprechen. Bald sind alle Rollen vergeben und eingeübt, Tetzel schlüpft sogar noch schnell in die Rolle des Beraters von Kaiser Karl für den zweiten Akt… Überlegt: ‚Ich werde zwischendrin etwas anderes anziehen.‘

Dann Schreibwerkstatt. Flugs entstehen Begrüßungstext, Gebete und Predigt. Sie machen sich Gedanken darüber, dass es etwas ganz Besonderes ist, wenn einer sich traut, seine Meinung offen zu sagen, auch, wenn alle anderen anders denken. Besonders, wenn es um Gott geht.

Das würde was verändern – erklären sie mir. Vielleicht nur ’ne kleine Kleinigkeit, aber das ist echt viel. Und dann: Vielleicht sollten wir die Gemeinde fragen, was wir als Christen für kleine Kleinigkeiten verändern können… Ausgedacht, vorbereitet. Sie werden fragen. Und hoffen auf Antworten. Sie wollen sie in ihrer Predigt vorlesen. Ich bin gespannt.

Wofür sie beten? Dass Gott da ist, wenn wir ihn brauchen. Und besonders für die Flüchtlinge. Ihre Schicksale finden sie schlimm. Und sie wünschen allen Menschen, dass sie Freude am Leben finden.

Ich staune. Nein. Ich staune nicht. Es sind doch die Konfis. ❤ Ich freue mich total. Denn diese Kids haben Reformation verstanden:

  • Gottes Wort in der eigenen Sprache
  • Mut, zum Glauben zu stehen, auch wenn Widerstand da ist
  • Und in der Welt etwas bewegen, und wenn es nur eine kleine Kleinigkeit ist.

Am Sonntag tun sie’s. Meine Konfis. 🙂

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