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„Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir die nötige Kraft gegeben hat. … Ja, unser Herr schenkte uns Gnade über alle Maßen. Und mit ihr Glaube und Liebe, die aus der Verbundenheit mit Christus Jesus erwachsen. … Das folgende Wort ist zuverlässig und verdient vorbehaltlose Annahme: >>Christus Jesus ist in diese Welt gekommen, um die Schuldbeladenen zu retten.<<“ (aus dem 1.Timotheusbrief, Basisbibel)

Der 3. Sonntag nach Trinitatis. Die Evangelien erzählen die Geschichten vom ‚Verlorenen‘ – vom Schaf, Sohn, Groschen, dann ist da noch die Zachäusgeschichte. Ich lese. Etwas zu verlieren kenne ich. Inklusive Weg. Schwerer tue ich mich mit dem Gedanken, des ‚Umkehrs‘ – er riecht fromm, aus einer Welt, die Menschen klein macht, ihnen Liebenswürdigkeit und oft genug auch Würde abspricht: Du bist falsch!

Ich lese. Und lasse die alten Texte durch mein Herz: sie sind anders. Da ist Liebe. Geduld und dieses altmodische Wort ‚Gnade‘. Natürlich macht Zachäus alles richtig, sehr gut sogar – nach seinen eigenen Kriterien; er macht sogar Karriere, wird reich dabei. Auch der ‚verlorene‘ Sohn tut nichts anderes, als seinen Sehnsüchten, seinem Entdeckungsdrang nachzugehen… Das Schöne ist, dass ich kein Wort Vorwurf finde in den Geschichten. Nicht ein einziges. Die Rezeptionsgeschichte ist freilich eine andere – wie oft – und wie sich da die erhobenen Zeigefinger… ach ja.

Nicht Jesus. Jesus geht nicht mit dem erhobenen Zeigefinger herum. Er ist einfach da. Geduldig und freundlich und zugewandt.

Und das reicht schon. Um die eigenen Wege zu überdenken. Waren die Ziele richtig? War der der Weg? Oder doch anders?

Zachäus ändert alles. Die alten Ziele haben keinen Wert mehr in der Nähe Jesu. Genau so ist es mit Paulus.

Woran das liegt? Vielleicht daran, dass ganz anderes wichtig wird in der Nähe Gottes. Oder daran, dass uns Jesus Kraft für Veränderung gibt und Vertrauen schenkt. Oder dass aus der Verbundenheit mit ihm Liebe und Glaube wächst…

Sucht aus.

Jedenfalls ist der Satz – auch für mich – wirklich wahr: Jesus ist gekommen, um mich zu finden. (…und Schuld? Nun, DAS ist vielleicht genau das, wenn ich total auf dem Holzweg bin und auch noch meine, alles richtig zu machen und nichts und niemanden zu brauchen – und dabei die Liebe zu mir und zum anderen übersehe… Aber das ist ein anderes Kapitel…)

Jesus vertraut uns. Traut uns Gutes zu. In der Verbundenheit zu ihm.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

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