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statt dem großen Knall.

Ich bin ehrlich: ich mochte das Reformationsjahr nicht. War mir zu laut. Jetzt, wo der Trubel etwas verklungen ist, wird es vielleicht wieder möglich, von den kleinen Wundern des Alltags zu berichten – denn sie sind es, die sich zu einem Großen und Ganzen, zu UNS, auch als Evangelische Kirche zusammenfügen.

Morgens 7.3o, Volksschule an der Grenze. Ich habe hier 3 Evangelische Schüler aus 2 Klassen. In den ersten Wochen erwarten mich lange Gesichter: „Wir sind so wenige!“ Ich erzähle ihnen von den anderen Kindern in den anderen Schulen: Dort gibt es 5, da 7, da sogar 15! Ihr seid nicht die Einzigen. Und: es ist etwas Besonderes… 😉 Wochen später neidische Blicke bei der Mehrheit: die Evangelischen haben immer etwas Tolles von ihrem Unterricht zu berichten… 😀 Wir wünschen artig einen schönen Unterricht und verschwinden, wie immer, im Zimmer für die Nachmittagsbetreuung.

Frau Pfarrer versucht die Uhrzeit zu vergessen… Um 8.20 steigt sie ins Auto, um in die nächste Schule zu fahren.

Seit einiger Zeit kommt der Junge immer auf sie zu, stellt sich gerade hin, guckt sie an und ruft: „Frau Pfarrer!“ – dann geht er wieder spielen. Noch ist ja Pause. Man muss schon genau hinschauen, um zu sehen, dass er anders ist, als die Anderen. Seine Persönliche Assistentin bestätigt: er hat sich in den letzten Monaten richtig gut gemacht. Dank der schönen Geschichten und Bilder im Religionsunterricht mag er jetzt auch malen… Das ist neu. Und auch, dass er die Hefte austeilt, die anderen Kinder anspricht und anguckt. Wir haben das geübt – in Reli.

Klassenstärke 9. Aus 2 Stufen. Weil die Dorfschule winzig ist. Und weil es hier Diaspora ist.

Und doch: hier passieren die kleinen, leisen Wunder. Ganz ohne Knalleffekte. (Und für Frau Pfarrer eigentlich 2 Stunden zu früh am Morgen… 😉

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